Bitcoin am Scheideweg

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Rekordhoch und Spaltung, Hype und Ernüchterung: mit Bitcoins wird es nie langweilig. Trotzdem ist es jetzt an der Zeit, erwachsen zu werden. Und entweder gelingt das in den kommenden Monaten oder wir sehen das Ende des Bitcoin-Hypes.

Mit einem Preis von mehr als 7.500 Dollar je Bitcoin hat die Cyberwährung gezeigt, wie attraktiv sie ist. Denn nur eine enorme Nachfrage kann eine solche Steigerung rechtfertigen. Zeitweise stieg der Kurs auf mehr als 8.000 Dollar, sackte aber auch binnen 48 Stunden um mehr als 1.000 Dollar ab. Hohe Volatilität gesellt sich hier also zur Attraktivität.

Das Problem bei Bitcoin: niemand weiß, was sie wirklich wert ist. Es steht kein Staat dahinter mit einer Volkswirtschaft, es steht kein Sachwert dahinter, wie es beim Gold ja noch wäre. Es steht nur eine Gruppe, eine anonyme Community dahinter, die das System am Laufen hält. Je mehr mitmachen, desto sicherer ist es. Wenn sich die handelnden Personen aber nicht einig sind, wird es schwierig.

Weil die Technologie zudem kaum noch mit den Anforderungen an Transaktionsvolumen und damit Geschwindigkeit mithalten kann, gibt es Streit unter den Bitcoinern. In der Folge spaltete sich die Währung, ein neuer Zweig entstand mit höherer Kapazität in der Technologie, aber mit noch geringer Akzeptanz.

Bitcoin durchläuft also gerade die Phase der Pubertät. Kurz vor dem Erwachsenwerden wird alles an Kapriolen gezeigt, was so geht. Wenn man als Investor nun sicher sein könnte, dass auf die lustvolle Halbstarkenphase das gediegene Alter folgt, wäre ja alles gut. So sicher ist das aber nicht. Denn zum einen gibt es keinen schon eingefahrenen Lebenszyklus für Kryptowährungen, dem Bitcoins folgen könnten. Zum anderen ist Streit ganz grundsätzlich nie gut fürs Geschäft.

Und Geschäfte machen mit Bitcoins wollen jetzt ja viele. Banken und Vermögensverwalter springen auf den Zug auf, es soll abgeleitete Produkte geben und irgendwann kommt dann ein ETF auf Bitcoins. Das wäre ein Schritt in Richtung Solidität, denn dann wäre mit der Währung auch eine Verantwortung verbunden.

Es besteht aber die Gefahr, dass die Community diese Verantwortung aber eben nicht tragen möchte, nicht im Mainstream ankommen und eine normale Finanzinstitution werden will. Die Frage ist, ob die Entscheidung noch in einer solchen Community liegt. Denn mit dem Einstieg der etablierten hat sich auch die Community erweitert. Lange schon handelt es sich nicht mehr nur um Nerds, die an ihren Rechnern Bitcoin schürfen. Viele Große spielen in diesem Konzert mit, die „Unterwanderung“ hat bereits begonnen.

Je mehr der etablierten Spieler aber einsteigen, desto „normaler“ wird auch das Bitcoin-Geschehen. Die starken Kurssteigerungen sind ein Zeichen dafür, dass die Großen jetzt das Spielfeld betreten haben und nicht mehr nur an der Seitenlinie stehen. Für die Bitcoin heißt das: mehr Stabilität aber weniger Volatilität. Und das sollte der Sache sehr dienlich sein.