Die Zukunft des Geldes liegt im Smartphone.

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Wenn Amazon und Apple nicht nur kassieren, sondern auch den Zahlungsverkehr für andere abwickeln, dann sehen wir die Zukunft der Branche. Geld wandert ins Netz, wird vollständig von Banken und Bankern getrennt. Wie können die Banken dagegen halten?

Apple Pay und Amazon Payments sind dabei der sichtbarste Teil einer Entwicklung, die unaufhaltsam an Fahrt gewinnt. Es sind die großen Internet-Konzerne, die sich mehr und mehr den Zugriff auf das Wichtigste sichern, was Menschen haben: ihr Geld. Denn Geld ist nichts Anderes als Daten. Dies zu verwalten und zu verteilen, das beherrschen die Großen. Und sie werden nicht dabei stehen bleiben, nur als verlängertes Girokonto zu dienen.

Denn Geld mit Geld zu verdienen, das funktioniert nur über komplexere Produkte. Entweder solche, bei denen beim Verkauf Provisionen anfallen oder solche, für die die Kunden für die Beratung Geld bezahlen. Roboadvisors und andere FinTechs sind hier aktiv und haben den etablierten Banken bereits einiges an Kunden und Geschäft abgenommen. Doch noch stört die Banken das nur wenig, zu gering sind noch die Umsätze – und die Überlebenswahrscheinlichkeit mancher FinTechs.

Der Angriff der Internetkonzerne ist gefährlicher. Zwar beginnt er in einem Segment, das sie Banken gar nicht ungerne abgeben würden, denn Geld ist im reinen Zahlungsverkehr nicht zu verdienen. Wenn Apple und Amazon sich aber bei den Kunden unentbehrlich machen, geht den Banken ihr letztes wirkliches Asset verloren: der direkte Kontakt zum Kunden.

Gewinnen Apple und Co. den direkten Draht zum Kunden sind sie in kurzer Zeit in der Lage, auch die komplexeren Bankdienste anzubieten. Investmentprodukte von Amazon und Sparpläne bei Apple zu kaufen etwa könnte ein deutlich angenehmeres Shoppingerlebnis bedeuten als heute bei den Banken. Und damit auch wieder mehr Menschen zum Abschluss solcher Produkte bewegen.

Doch wo bleiben dann die Heerscharen der Berater? Was machen die Banken? Verändern sie sich nicht machen sie sich überflüssig. Geldabheben geht bereits heute im Supermarkt, Geld überweisen per Apple, Investmentprodukte gibt’s bei FinTechs. Aber eines ist den Banken noch zu Eigen: das Wissen um komplexere Zusammenhänge, um die unterschiedlichen Lebenssituationen bei Kunden. Denn noch immer ist das Netz ein großer Vereinfacher, ein Gleichmacher. Zwar sind die Lebensverhältnisse der Menschen oft sehr ähnlich – aber eben auch nur ähnlich. Algorithmen können die Standards abdecken – besser als Banken. Aber das Spezielle, das was den einzelnen Menschen ausmacht und unterscheidet, dass können andere Menschen noch besser.

Und vielleicht ist es noch zu früh, sich als Anleger in eine von nur fünf, elf oder auch fünfzig Kategorien einordnen zu lassen. Dann ist man mit einem Menschen auf der anderen Seite noch besser bedient. Das wäre eine Chance für die Banken. Ob sie sie nutzen?