n-tv Interview zum Thema Robo Advisor

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Heute sprach ich mit Isabelle Körner über das Thema Robo Advisor.  In einem so kurzen Interview kann man nicht so viel erklären, wie man gerne möchte. Daher hier noch einige Kommentare:

Hier ist der Link zur Mediathek bei n-tv.

 

Die Bedeutung der Digitalisierung für den Banksektor

Der Druck wächst, lt. einer Studie von Roland Berger nutzen in Deutschland aktuell 65 % der Bevölkerung Online-Banking und 58 % können sich mobile Banking vorstellen, Tendenz steigend.  Trotz der zum Teil enorm unter Druck geratenen Margen, der noch nicht bewältigten Altlasten aus der Finanzkrise, dem sich ändernden Konsumverhalten der Kunden sowie strenger wer-denden regulatorischen Bestimmungen müssen sich fast alle Banken im digitalen Transformationsprozess einer radikalen Innovationskur unterziehen. Das bindet mittelfristig viele Ressourcen und kostet wertvolle Zeit. Dadurch entsteht ein neues Wettbewerbsumfeld: Branchenfremde, sogenannte FinTechs, Unternehmen mit bedürfnisorientierten, schnellen und flexiblen Geschäftsmodellen treten in die Märkte ein.

 

FinTechs – Gefahr oder Chance für die Banken?

Ich sehe sie eindeutig als Chance. So besteht die Möglichkeit, dass FinTechs und Banken strategische Allianzen eingehen und miteinander kooperieren. Ziel einer solchen Kooperation ist aus meiner Sicht, dass die Großen den Kleinen Zugang zu ihren Millionen Privat- und Firmenkunden bieten und im Gegenzug Zugriff auf die technischen Innovationen der Start-ups erhalten – so liegen die Vorteile auf beiden Seiten.

 

Vorteile der Robo Advisor

Der Robo-Advisor ist eine ausgeklügelte Software. Sie ermittelt die Anlagebedürfnisse des Kunden in ein paar kurzen Fragen, checkt seine Risikobereitschaft und errechnet in wenigen Millisekunden eine Anlagestrategie, die aus einem Dutzend passiver Indexfonds auf den Aktien-, Renten- , Rohstoff- oder Themenfonds in bestimmten Gewichtungen besteht. Die Anlage-Roboter haben aus Sicht der Anleger vor allem auf der Kostenseite Vorteile. Die Gebühren für das „Management“ des jeweiligen Portfolios liegen zumeist klar unter einem Prozent jährlich. Durch den Einsatz von passiven Indexfonds entstehen keine sonst üblichen Ausgabeaufschläge oder Managementgebühren auf Fondsebene. Und Einstiegshürden in Form eines Mindestanlagebetrages wie bei der klassischen Vermögensverwaltung sind bei den „Robos“ praktisch unbekannt. Auch mit kleinen Beträgen ist damit der Aufbau eines komplexen Anlageportfolios möglich. Außerdem werden ganz gezielt Anleger angesprochen, die bewußt keine menschliche Beratung wünschen.

 

Wie sieht die Zukunft aus? Mensch oder Maschine?

Für mich persönlich bedeutet das Thema Digitalisierung viele neue Chancen. Mein Ziel ist, mit dem Einsatz innovativer Technologien dichter an Kunden heran zu rücken und sie aktiv in der digitalen Welt zu begleiten. Daher haben wir uns kürzlich mit einem etablierten FinTech Unternehmen, der DSER, zusammengeschlossen und planen aktuell zwei neue digitale Geschäftsbereiche, Robo-Advice und IT-Services für Banken oder andere Vermögensverwalter, ins Leben zu rufen. Diese sollen künftig parallel zu unserem angestammten Service-Portfolio in eigenständigen Tochtergesellschaften betrieben werden. Der Clou unseres Robos wird in einer neuartigen Kombination liegen: Zum einen stellt die Plattform bewährte Experten-Tools zur Überwachung und Optimierung von Wertpapierdepots direkt den Endkunden zur Verfügung zum anderen helfen Robo-Advice und Meta-Suchfunktionen, auf Basis eines Anlegerprofils das richtige Portfolio zu finden. Profis können Musterdepots anlegen, Kunden diesen folgen oder sich bei Bedarf mit „echten“ Menschen – Finanzberatern und anderen Anlegern – persönlich austauschen. Nicht Mensch oder Maschine, sondern Mensch und Maschine! Robo-Advice, die algorithmenbasierte Anlageempfehlung, wird künftig eine Riesenrolle spielen, aber den menschlichen Austausch nicht überflüssig machen.